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Veröffentlicht am 26. August 2026

Gewächshausgarten Shanghai. Die Halle steht noch

von Florian Jäger

Gewächshausgarten Shanghai. Die Halle steht noch

Die Glaspavillons unter dem erhaltenen Stahltragwerk der früheren Werkshalle. Foto: Supanut Arunoprayote, Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Das Erste, was auffällt, ist Stahl. Über den Glashäusern steht das Fachwerk einer Werkshalle, Träger und Streben und Zugseile, sichtbar älter als alles darunter. Auf dem Gelände lief bis vor einigen Jahrzehnten das Stahlwerk Shanghai Nr. 3. Das Wiener Büro Delugan Meissl hat das Gerüst nicht abgetragen, sondern die neuen Häuser hineingesetzt.

Offen ist der Südteil des Expo-Kulturparks seit dem 20. September 2024. Der Gewächshausgarten hat gut 22.000 Quadratmeter über der Erde und fast das Doppelte darunter, an der höchsten Stelle sind es 35 Meter. Drinnen drei Häuser, sortiert nach Lebensraum statt nach Herkunftsland: trocken mit Oliven und großen Kakteen, feucht und schattig mit Bodhibäumen und Geweihfarnen, feucht und sonnig mit Flammenbäumen und dem Baum der Reisenden. Gut dreihundert Arten. Tragwerk und Klimatechnik kommen von Bollinger und Grohmann und von Transsolar, den Park insgesamt hat Sasaki geplant.

Sehenswert ist die Stelle, an der die alte Geometrie und die neue nicht zusammengehen. Das Hallenraster ist rechtwinklig und gleichmäßig, die Pavillons darunter sind rund, die Fassade läuft in einer langen Welle durch, und dazwischen hängt eine weiße Deckenkonstruktion mit ovalen Öffnungen, durch die Licht auf Stege und Palmen fällt. Von außen sieht man beides gleichzeitig, weil die Spiegelung von Hecke und Rasen auf derselben Scheibe liegt wie die Wedel dahinter. Das wirkt ein wenig unaufgeräumt und tut dem Bau eigentlich gut.

Hinter dem Haus liegt der See, darüber eine flache Bogenbrücke, dahinter ein bewaldeter Hügel, 48 Meter der Hauptgipfel und 37 der zweite. Gewachsen ist der nicht. Er ist innen hohl und nimmt Ausstellungsräume, eine Tiefgarage und ein Umspannwerk auf, oben stehen siebentausend Bäume. Zwei Kilometer weiter steht der chinesische Expo-Pavillon von 2010, gebaut für ein halbes Jahr und heute Kunstmuseum. Abgerissen wird in dieser Ecke von Pudong wenig. Auf den Hügel kommt man übrigens nur mit Voranmeldung, über ein Miniprogramm im Handy, und wer nicht steigen will, nimmt den Aufzug.

Aufnahmen: Supanut Arunoprayote, Wikimedia Commons, CC BY 4.0.

Impressionen

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