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Izabella Gustowska. Home’s Shadows

von Florian Jäger

Izabella Gustowska. Home’s Shadows

Izabella Gustowska, „Home’s Shadows“, im KVOST. Foto: Florian Jäger, 13. September 2026

Sonntag, 13. September 2026, Leipziger Straße 47. Im KVOST, dem Kunstverein Ost, läuft seit dem 10. September „Home’s Shadows“ von Izabella Gustowska, bis zum 28. November, kuratiert von Monika Branicka. Saalzettel und Website weisen die Ausstellung als Teil der Featured Section der Berlin Art Week aus und verbinden sie mit dem KVOST-Stipendium und dem Claus-Michaletz-Preis 2026, einem mit zehntausend Euro dotierten Preis der Secco Pontanova Stiftung für Künstlerinnen und Künstler aus Osteuropa. Geöffnet ist mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr.

Dreizehn Arbeiten stehen auf dem Saalzettel, gestreut über sechsundvierzig Jahre: die älteste von 1980, die jüngsten von 2026. Der Grundriss auf dem Blatt nummeriert sie durch; in den Räumen selbst hängt keine Nummer.

Gustowska, 1948 in Poznań geboren, arbeitet dort bis heute und hat an der Kunstakademie der Stadt lange gelehrt; 1983 und 1987 war sie auf der Biennale in São Paulo, 1988 in Venedig. Für diese Arbeiten ist sie nach Angaben des Kunstvereins in das Haus in Poznań zurückgegangen, in dem ihre Familie seit 1938 lebt.

Die Räume sind farbig gestrichen, und das ist die erste Entscheidung, die auffällt. Eine Zone ist graugrün gestrichen, die nächste hinter der Ecke anthrazit. An der graugrünen Wand hängen drei schlanke, hochovale Objekte, Fotografien auf gewölbte Leinwand gezogen: Schwarzweißaufnahmen von Kindern am Strand, wie aus einem Familienalbum, zwei im flachen Wasser, eines allein am Spülsaum. Laut Werkliste sind es die drei Arbeiten „Homes shadows“ von 2026, zwei davon 239 mal 66 Zentimeter, eine 240 mal 80, jeweils mit den Vornamen der Abgebildeten im Titel. Über die Wand läuft, quer durch alle drei, eine blass gemalte Wasserlinie und verbindet sie zu einem Horizont.

Um die Ecke wird es dunkel. Dort steht ein ovaler, dunkel furnierter antiker Tisch auf gedrechselten Füßen, und von oben wird ein Video auf die Tischplatte projiziert, laut Werkliste 24½ Minuten lang: Fensterkreuze, Geäst, ein Gesicht, überlagerte Archivaufnahmen in Sepia. Das ist die Videoinstallation, die der Ausstellung den Titel gibt. Daneben leuchtet ein querovaler Kasten kaltblau von innen, sechs Kinder in einer Reihe hinter einer welligen Fläche — Format und Motiv passen zu „Dinner Party“, 2026, 88 mal 226 Zentimeter.

Das Oval kehrt also dreifach wieder: als Tischplatte, als Leuchtkasten, als Träger der Fotoarbeiten. Und die Projektion auf die Tischplatte trifft den Kern: Der Ort, an dem eine Familie zusammenkommt, wird zur Leinwand für Bilder aus ihrem eigenen Archiv. Die Kabel dazu sind nicht versteckt; sie laufen sichtbar an der Ecke herab in eine Wandsteckdose, ein Kabelkanal folgt der Sockelkante. Der Raum ist ein Ladenlokal im Erdgeschoss mit hoher Fensterfront zur Straße; draußen parken Autos.

Die Arbeiten aus den Achtzigern, die auf dem Zettel stehen — „Beyond Myself“ von 1985 bis 1987, dazu „Relative Similarities“ von 1980 —, kann ich auf meinen Aufnahmen nicht sicher wiedererkennen. Zwei grob behauene Holzpfosten mit montierten Teilformen kämen den Maßen nach infrage, aber belegt ist das nicht, und ich führe es deshalb nicht als Zuordnung. Was meine Aufnahmen zeigen, ist das Neue von 2026.

Aufnahmen: Florian Jäger, 13. September 2026.

Impressionen

Izabella Gustowska. Home’s Shadows - 1
Izabella Gustowska. Home’s Shadows - 2