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Veröffentlicht am 1. Mai 2026

Lina Lapelytė. We Make Years Out of Hours

von Florian Jäger

Lina Lapelytė. We Make Years Out of Hours

Lina Lapelytė. We Make Years Out of Hours, Ausstellungsansicht Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin, 2026 © Lina Lapelytė. VG Bild-Kunst, Bonn 2026. Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Laura Fiorio

Der 1. Mai 2026 war der erste reguläre Öffnungstag dieser Arbeit — eröffnet wurde sie am Abend zuvor — und zugleich der Auftakt des Gallery Weekend Berlin; das Haus hatte bis 22 Uhr geöffnet.

Lina Lapelytė hat die Historische Halle des Hamburger Bahnhofs mit rund 400.000 Holzwürfeln ausgelegt, auf etwa 2.500 Quadratmetern. Das Material liegt nicht als fertiges Bild da, sondern wird fortlaufend umgeformt: zwölf Performerinnen und Performer je Schicht, aus einem deutlich größeren Ensemble, stapeln, schichten und verschieben es zu Türmen, Architekturen und Hügellandschaften, und Besucherinnen und Besucher greifen mit ein. Was am Morgen steht, steht am Abend anders.

Zur Bewegung kommt Klang. Die Performenden singen Texte von fünfzehn Autorinnen und Autoren, darunter Etel Adnan, Mahmud Darwisch, Forugh Farrochzad, Khalil Gibran, June Jordan, Ocean Vuong und W. S. Merwin. Bauen, Singen und Zuhören greifen ineinander; das Museum beschreibt die Arbeit als lebendiges Monument für Zeit, Fürsorge und Koexistenz.

Es ist die zweite Ausgabe der CHANEL Commission am Hamburger Bahnhof, kuratiert von den Hausdirektoren Sam Bardaouil und Till Fellrath. Lapelytė, 1984 in Kaunas geboren, lebt in Vilnius und London.

An diesem Tag liefen im Haus fünf weitere Sonderausstellungen: Shilpa Guptas What Still Holds in der Kleihueshalle, Giulia Andreanis Sabotage, Saâdane Afifs Five Preludes, Petrit Halilajs An Opera Out of Time in den Rieckhallen und, in ihren letzten Tagen, Annika Kahrs OFF SCORE.