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Veröffentlicht am 24. Mai 2026

Lustra. Zwischen Illusion und Wirklichkeit

von Florian Jäger

Lustra. Zwischen Illusion und Wirklichkeit

Das Centrum Nauki Kopernik am Warschauer Weichselufer. Foto: Adrian Grycuk, CC BY-SA 3.0 PL, via Wikimedia Commons

Ein Sonntagnachmittag im Centrum Nauki Kopernik, dem Warschauer Wissenschaftszentrum an der Weichsel. Kein Kunstmuseum, sondern ein Haus zum Anfassen: mehrere hundert interaktive Exponate, ein Planetarium, Werkstätten, ein Hochspannungstheater.

Die Sonderausstellung Lustra. Między iluzją a rzeczywistością widmet sich dem Spiegel — Reflexion, Symmetrie, Optik, Wahrnehmung. Produziert wurde sie vom Schweizer Technorama; für Warschau kam etwas hinzu, das die Grenze zur Kunst überschreitet: Arbeiten des polnischen Designers und Architekten Oskar Zięta, bekannt für seine mit Druckluft aufgeblasenen Stahlobjekte, deren polierte Oberflächen die Umgebung verzerrt zurückwerfen.

Der Zugang ist ein anderer als im Museum. Man geht durch ein Spiegellabyrinth, statt davorzustehen; man erzeugt die optische Täuschung selbst, statt sie erklärt zu bekommen. Das Haus rahmt die Ausstellung ausdrücklich als Ort, an dem Wissenschaft auf Kunst trifft, und stellt Physik, Mathematik und Kunst nebeneinander.

Interessant ist die Verschiebung, die dabei entsteht. Ein Spiegel im Kunstmuseum ist Material oder Metapher. Hier ist er Versuchsanordnung — und die Erfahrung, die daraus entsteht, unterscheidet sich weniger vom Ausstellungsbesuch, als man erwarten würde.