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Die Pinie wächst über den Beton: „Monet, Renoir … Chagall“ im Bunker de Lumières
von Florian Jäger

Paul Signacs Pinie von Saint-Tropez als Projektion auf der Bunkerwand im Bunker de Lumières, Seongsan. Foto: Florian Jäger, 26. Juni 2022
Paul Signacs Pinie von Saint-Tropez breitet sich über eine Betonwand von mehreren Metern Höhe aus. Die Farbpunkte, mit denen Signac sie gemalt hat, werden dabei handtellergroß, und aus der Nähe sieht der Baum aus wie ein Mosaik. Der Bunker de Lumières in Seongsan auf Jeju zeigte 2022 die Projektionsschau „Monet, Renoir … Chagall“. Sie war am besten dort, wo die Malerei ohnehin aus Punkten, Flächen und Licht besteht, und am schwächsten bei den Malern, die im Titel vorne stehen.
Das Haus ist ein ehemaliger Fernmeldebunker des Staates mit dicken Betonwänden und rund 3.000 Quadratmetern Fläche, seit 2012 in privater Hand. Nach Klimt und Van Gogh war die Mittelmeer-Schau das dritte große Programm. Laut Ankündigung lief sie in sieben Sequenzen über etwa 40 Minuten und zeigte mehr als 500 Werke, dazu kam ein kurzes Programm zu Paul Klee.
Am stärksten ist der Abschnitt mit Chagalls Glasfenstern. Die Bleiruten werden zu schwarzen Linien, die über Wände und Boden laufen, und das Blau füllt den ganzen Saal. Der Boden glänzt und spiegelt die Fenster noch einmal. In einem Seitengang sitzen Besucher an der Wand und werden selbst zu Teilen des Bildes. Ein Kirchenfenster ist für Licht gemacht, das durch Farbe fällt, und deshalb verliert es in der Projektion weniger als ein Ölbild.
Später fließen grüne und gelbe Flächen aus Chagalls Bildern über die Wände, ein Kopf taucht am Boden auf. Auf den Kubus in der Saalmitte legt sich eine Terrassenlandschaft mit Treppe und Balustrade, die auf der Wand dahinter weiterläuft. Das wirkt, weil die Projektion hier mit den Kanten des Raums rechnet.
Bei der Malerei, die von der Hand lebt, zeigt sich die Grenze. Ein Band aus Wasser und Himmel zieht sich um den ganzen Saal, sehr breit und sehr flach, und vom Pinselstrich bleibt in der Vergrößerung wenig übrig. Außerhalb des Saals stehen einige Motive noch einmal als große Bildtafeln, eine Frau mit grünem Sonnenschirm, wie man sie von Monet kennt, ein Hafen mit Booten und Badenden. Dort sieht man mehr von den Bildern als drinnen.
Als Schau über Monet und Renoir war das schwach, als Raum für Chagall und Signac gut. Wer die Chagall-Fenster in Reims oder Jerusalem nie gesehen hat, bekommt hier eine Ahnung davon, wie Farbe leuchtet, wenn Licht durch sie hindurchgeht. Nur kommt das Licht aus Projektoren unter der Decke, und draußen scheint auf Jeju die Sonne.
„Monet, Renoir … Chagall“ war 2021 und 2022 im Bunker de Lumières in Seongsan auf Jeju zu sehen.
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