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Veröffentlicht am 1. August 2025

Museu Picasso. Fünf Paläste, einundvierzig Keramiken

von Florian Jäger

Museu Picasso. Fünf Paläste, einundvierzig Keramiken

Zwei anthropomorphe Krüge in der Keramikvitrine des Museu Picasso an der Carrer de Montcada. Die Zuordnung zu einzelnen Katalognummern ist nicht gesichert. Foto: Florian Jäger, 1. August 2025

Carrer de Montcada, dieselbe schmale Gasse wie das Moco. Das Museu Picasso sitzt hier in fünf aneinandergebauten gotischen Palästen und öffnete am 9. März 1963. Die Initiative kam von Jaume Sabartés, Picassos Jugendfreund und späterem Sekretär, der die Sammlung eigentlich in Málaga sehen wollte. Picasso bestand auf Barcelona.

Wer die berühmten Bilder erwartet, steht im falschen Haus. Der Schwerpunkt liegt auf den Anfängen: die meisten Gemälde stammen aus den Jahren zwischen 1890 und 1917, dazu die Blaue Periode. Es ist ein Museum über das Werden, nicht über den Weltruhm, und genau das macht es interessanter als die Greatest-Hits-Häuser. Der große Ausreißer sind die achtundfünfzig Arbeiten der Meninas-Serie von 1957, die nach Sabartés' Tod 1968 ins Haus kamen: der alte Picasso, der Velázquez durchdekliniert.

Der zweite Ausreißer steht in einer Vitrine. Einundvierzig Keramiken, Unikate, die Jacqueline Roque 1982 der Stadt schenkte. Es waren Stücke, die Picasso ihr über zwei Jahrzehnte hinweg gegeben hatte, entstanden in der Töpferei Madoura im südfranzösischen Vallauris, wo er ab 1947 auf Einladung von Suzanne und Georges Ramié arbeitete. Zwei anthropomorphe Krüge stehen nebeneinander, der eine mit Figuren auf dunklem Grund, der andere mit einem Gesicht in einem Medaillon. Gebrauchsformen, die aufhören, Gebrauchsformen zu sein, ohne je ganz Skulptur zu werden. Die Ankündigung der Schenkung kam damals überraschend, bei der Eröffnung einer Keramikausstellung, für die Jacqueline die Stücke nur als Leihgaben zugesagt hatte.

Im Obergeschoss lief zu der Zeit Créixer entre dos artistes, eine Hommage an Claude Picasso, vom 25. Juli bis 26. Oktober 2025 und von Paloma Picasso angestoßen. Sie erzählt die Kindheit der beiden Geschwister bei Pablo Picasso und Françoise Gilot in Vallauris, mit Fotografien, Spielzeug, Keramik und Alltagsgegenständen, und räumt erstmals in Spanien der eigenen Malerei Gilots einen großen Raum ein. Bemerkenswert ist, wohin beides zeigt: die Vitrine im Erdgeschoss und die Ausstellung darüber führen an denselben Ort, in dasselbe Haus in Südfrankreich. Das Museum trägt den Namen eines Jahrhundertkünstlers und ist an seinen besten Stellen eine Erzählung über Familie und Handwerk.