Veröffentlicht am 22. August 2026
TFELD. Ein neues Festival auf dem Rollfeld
von Florian Jäger

Die historische „Troop Carrier"-Propellermaschine auf dem Rollfeld. Foto: Florian Jäger, 22. August 2026
Der Flughafen Tempelhof ist ein Ort mit doppelter Geschichte: einst Drehkreuz der Berliner Luftbrücke, heute stillgelegtes Rollfeld mitten in der Stadt. Am 22. August 2026 verwandelte sich das Gelände für einen Tag in die Kulisse des TFELD, eines neuen Festivalformats unter dem Motto „Das ist Berlin". Bis zu 25.000 Besucher:innen wurden erwartet. Über dem Rollfeld zogen tagsüber dichte Wolkenfelder, zwischen denen immer wieder die Sonne durchbrach, während sich vor dem denkmalgeschützten Flughafengebäude mit seinem Kontrollturm am Nachmittag die ersten Menschentrauben bildeten.
Das Programm lief von 13 bis 22 Uhr auf vier Bühnen: einer Hip-Hop-Mainstage, einer elektronischen Mainstage und zwei Underground-Stages, die sich an der Backyard Stage des splash! Festivals und der Autoscooter Stage des MELT Festivals orientierten. Im Line-up standen unter anderem Paul Kalkbrenner live, Pashanim, Marlon Hoffstadt, Ellen Allien, AK Ausserkontrolle, Baby B3ns sowie Lucio101 & Nizi19 und southstar, dazu eine nicht angekündigte Secret Headlinerin. Im Anschluss an das Bühnenprogramm folgte im Hangar eine Aftershow-Party mit einem Nachbau des Club Watergate. Neben der Musik gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Rummel im Stil der Hasenheide, einem Basketball-Court, Flohmarktflächen und überdimensionalen Nachbildungen Berliner Wahrzeichen, verteilt über das weite Areal. Die Ticketpreise waren bewusst niedrig gehalten, ein Festivalticket kostete in den ersten vierzehn Tagen 69 Euro, ein Kombiticket inklusive Aftershow 89 Euro.
Zwischen den Bühnen stand am Rand des Geländes eine historische „Troop Carrier"-Propellermaschine, umzäunt von Absperrgittern, an denen jemand in großen Buchstaben „PARADE" gesprayt hatte. Die Pressemitteilung des Veranstalters verweist darauf, dass Hip-Hop und Techno hier historisch ihren Weg nach Berlin fanden, und genau diese Doppelung wurde am Nachmittag sichtbar: das massive Fluggerät als stummer Zeuge der Luftbrücke, davor Besucher:innen in Streetwear, die an einer aufblasbaren Kugel-Installation vorbeizogen, im Hintergrund die ersten Bässe der Bühnen. Ein Ort, der Berlin einmal mit der Welt verband, trug für einen Tag ein sehr viel jüngeres, lauteres Berlin. Der Beobachtungszeitraum reichte vom frühen Nachmittag bis in die beginnende blaue Stunde, das Nachtprogramm im Hangar blieb außen vor.
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