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TRACE METALS. Acht Namen, kein Schild
von Florian Jäger

„TRACE METALS“ in der galerie burster. Foto: Florian Jäger, 13. September 2026
Sonntag, 13. September 2026, Markgrafenstraße 68 — dieselbe Adresse wie die Taiga Gallery, die im selben Haus sitzt. In der galerie burster läuft seit dem 10. September „TRACE METALS“, eine Gruppenausstellung mit acht Beteiligten, bis zum 24. Oktober. Laut Einladungskarte sind Clemens Behr, Marc Bijl, Bram Braam, Stephen Burke, Cosimo Casoni, Julia Eichler, Tabata von der Locht und Rutger de Vries beteiligt; kuratiert haben Bram Braam und Stephen Burke, zwei der Beteiligten. Auf derselben Karte stehen die Öffnungszeiten: donnerstags und freitags von 12 bis 18 Uhr, samstags von 12 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung.
Der Raum ist weiß, der Boden geschliffener Beton, ein schmaler Wanddurchgang führt in einen zweiten Raum, in dem eine einzelne abgependelte Leuchtstoffröhre hängt. Die Hängung nutzt diese Achse: In einer Blickachse liegen eine raumbreite Flacharbeit, zwei kleine Wandobjekte im Durchblick und ein schwerer Block am Boden hintereinander.
Es geht in dieser Ausstellung um Oberflächen, und zwar um abgelöste. Links hängt eine quadratische Assemblage, von gut anderthalb Metern Seitenlänge: weißes Lochblech über bemalten Platten, Felder in Rosa, Moosgrün und Creme, dünne blaue und mintfarbene Striche, eine diagonale Schnittkante. Rechts zieht sich eine mehrteilige Wandarbeit über acht Platten in zwei Reihen, Grundton Beige, darin hellblaue Ziegelraster, Schablonen- und Sprühspuren, Zaunmotive und dünn gezeichnete Umrisse von Gefäßen und Figuren, dazwischen silbrig glänzende Folienpartien. Davor steht, ohne Sockel, ein keilförmiger Betonblock, etwa hüfthoch, mit mintgrünen und rosa Farbresten, abgeplatzten Kanten und einem eingebetteten rostigen Metallfragment.
In der Raumecke stehen zwei Materialgruppen gegeneinander. Auf der einen Seite Tafeln mit tiefschwarzem, lackartig glänzendem Grund, darüber ein Netz aus weißgrauen, wulstig aufgetragenen Linien, die wie Risse oder Schweißnähte laufen; die Kanten sind mit zerknitterter Metallfolie überzogen, die das Licht streifig zurückwirft. Auf der anderen Seite zwei astförmig verzweigte Wandobjekte, eines gelb glasiert mit dunkler Sprenkelung und glänzender Glasurhaut, eines matt und rostbraun.
Zusammen ergibt das eine Palette, die man aus der Stadt kennt: verwittertes Creme, Mintgrün, Rosa, Rostbraun, Ziegelblau, dazu harte Schwarz-Silber-Kontraste. Und ein gemeinsames Verfahren. Keine der Arbeiten, die ich gesehen habe, stellt etwas dar; sie formen ab, schichten um, reißen ab und tragen wieder auf. Der Titel nennt es Spurenmetalle, und genau so verhalten sich die Werke zu ihrem Rohstoff — als Rückstand von etwas, das schon einmal Fassade, Plakatwand oder Bauteil war.
Eine Einschränkung gehört dazu: Werkschilder hängen in den Räumen nicht, jedenfalls nicht dort, wo ich war. Acht Namen stehen auf der Einladung, keiner an der Wand. Wer welche Arbeit gemacht hat, lässt sich vor Ort nicht klären, und ich ordne hier deshalb nichts zu. Belegt ist nur die Abbildung auf der Karte: Bram Braam, „Urban Modernism IV“, 2026, Beton, Ölstift, Poster, Sprühfarbe und Acryl, 81 mal 54 mal 3 Zentimeter.
Aufnahmen: Florian Jäger, 13. September 2026.
Impressionen
